Das Labyrinth von Chartres befindet sich in der Kathedrale von Chartres im Département Eure-et-Loir in Frankreich.

Begleiter im Labyrinth des Lebens: Spiritualität weist oft den Weg. Im Bild das Labyrinth von Chartes.

Bild: Schnurr

Handlungsfeld 1

Spiritualität

Woher ziehen meine Wurzeln Kraft? Was gibt meinem Leben Halt und Struktur? Welcher Geist bestimmt meine Hoffnungen und Ziele?

Nicht wenige Menschen sehnen sich nach einer Vertiefung ihres Glaubens und Lebens, die sie im Gottesdienst nicht immer finden. Deshalb hält die bayerische Landeskirche zahlreiche Angebote für spirituell Suchende bereit, die auf der Suche sind nach religiöser Lebensdeutung und Lebensgestaltung: Hilfen zur Meditation, Rituale für Biographie und Jahreszyklus, sprich: für den Rhythmus von Tages-, Jahres- und Lebenszeiten. Verschiedenste Formen der Spiritualität lassen die Botschaft des Evangeliums aufleuchten. Bilder, Musik, Sprache, Texte, Körperübungen (= „Beten mit dem Leib“), auch Kunst und Architektur bieten vielfältige Zugänge zum Evangelium.

In der Spiritualität geht es darum, die „großen“ Themen des Glaubens mit meinem „kleinen“ Leben zusammenzubringen. Staunend kann ich entdecken: Glaube ist keine Lehre oder abstrakte Wahrheit, sondern Glaube zielt vor allem auf einen persönlichen Entdeckungspfad. So braucht mein Glaube auch nicht dort stehen zu bleiben, wo er vielleicht einmal seine Bedeutung für mich verloren hatte. Er kann von neuem wachsen und meinem Leben wieder Kraft und Tiefe verleihen.  Und: Ich kann selbst etwas aktiv dazu beitragen, damit Gottes Liebe in meinem Leben zur Wirkung kommt.

Spirituelle Zentren in Bayern: Herberge & Kontaktzentrum für Pilger

Spirituelles Zentrum St. Martin in München - Eingang,© St. Martin München

Bild: St. Martin München

Das Spirituelle Zentrum St. Martin im Münchner Glockenbachviertel richtet sich an Menschen, die auf der Suche nach dem Wesentlichen sind. Das Motto des Zentrums lautet: „Schweigen. Reden. Handeln“. Gebet und Engagement gehören hier untrennbar zusammen.

Den Kern der Spiritualität bildet das Herzensgebet nach dem ungarischen Jesuitenpater Franz Jalics. Zum Wochenrhythmus gehören in St. Martin das regelmäßige „Sitzen in der Stille“ und die sonntägliche Martinsmesse. Etwa einmal im Monat findet ein "Tag der Stille" für Geübte und Ungeübte statt, die Gott im Schweigen suchen. Jeweils im Herbst bietet St. Martin einen achtwöchigen Kontemplationskurs in der Tradition des Herzensgebets an. Das Spirituelle Zentrum St. Martin ist Herberge und Kontaktzentrum für Pilger.

Spirituelle Zentren in Bayern: Achtsamkeit & Stressbewältigung

Logo spirituelles zentrum - im eckstein,© spirituelles zentrum - im eckstein

Bild: spirituelles zentrum - im eckstein

Das spirituelle zentrum im eckstein in Nürnberg richtet sich an Menschen, die in ihrem Alltag Gott mehr Raum geben möchten. Das Zentrum bietet Begleitung bei der Suche nach dem eigenen spirituellen Weg zwischen Beruf, Beziehung und Familie. Es leitet dazu an, geistliche Übungswege verschiedener christlicher Traditionen zu entdecken und weiter zu entwickeln und setzt auf ganzheitliche Stärkung des Menschen, um dem Leben wach und kreativ zu begegnen.

Zu den regelmäßigen Angeboten des Zentrums gehören die wöchentliche Kontemplation, das meditative Bogenschießen und das Herzensgebet (jeweils 14-tägig). Das umfangreiche Programm umfasst Einführungen in die Meditation und Angebote zu Männerspiritualität, Pilgerseminare sowie Seminare zu Achtsamkeit und Stressbewältigung. Spirituelles zentrum im eckstein, Ansprechpartner: Pfarrer Oliver Behrendt, Beauftragter für Meditation und Geistliche Übung in Nordbayern.

Spirituelles Zentrum St. Martin in München - Eingang,© St. Martin München

Bild: St. Martin München

Spirituelle Zentren in Bayern: Herberge & Kontaktzentrum für Pilger

Das Spirituelle Zentrum St. Martin im Münchner Glockenbachviertel richtet sich an Menschen, die auf der Suche nach dem Wesentlichen sind. Das Motto des Zentrums lautet: „Schweigen. Reden. Handeln“. Gebet und Engagement gehören hier untrennbar zusammen.

Den Kern der Spiritualität bildet das Herzensgebet nach dem ungarischen Jesuitenpater Franz Jalics. Zum Wochenrhythmus gehören in St. Martin das regelmäßige „Sitzen in der Stille“ und die sonntägliche Martinsmesse. Etwa einmal im Monat findet ein "Tag der Stille" für Geübte und Ungeübte statt, die Gott im Schweigen suchen. Jeweils im Herbst bietet St. Martin einen achtwöchigen Kontemplationskurs in der Tradition des Herzensgebets an. Das Spirituelle Zentrum St. Martin ist Herberge und Kontaktzentrum für Pilger.

Logo spirituelles zentrum - im eckstein,© spirituelles zentrum - im eckstein

Bild: spirituelles zentrum - im eckstein

Spirituelle Zentren in Bayern: Achtsamkeit & Stressbewältigung

Das spirituelle zentrum im eckstein in Nürnberg richtet sich an Menschen, die in ihrem Alltag Gott mehr Raum geben möchten. Das Zentrum bietet Begleitung bei der Suche nach dem eigenen spirituellen Weg zwischen Beruf, Beziehung und Familie. Es leitet dazu an, geistliche Übungswege verschiedener christlicher Traditionen zu entdecken und weiter zu entwickeln und setzt auf ganzheitliche Stärkung des Menschen, um dem Leben wach und kreativ zu begegnen.

Zu den regelmäßigen Angeboten des Zentrums gehören die wöchentliche Kontemplation, das meditative Bogenschießen und das Herzensgebet (jeweils 14-tägig). Das umfangreiche Programm umfasst Einführungen in die Meditation und Angebote zu Männerspiritualität, Pilgerseminare sowie Seminare zu Achtsamkeit und Stressbewältigung. Spirituelles zentrum im eckstein, Ansprechpartner: Pfarrer Oliver Behrendt, Beauftragter für Meditation und Geistliche Übung in Nordbayern.

Spirituelle Zentren in Bayern

Angebote für begleitete Auszeiten, Kurse und Fortbildungen finden sich in vielen Kirchengemeinden, bei den beiden spirituellen Zentren im Haus „eckstein“ in Nürnberg und in St. Martin in München und bei den über zehn evangelischen Klöstern, Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften in Bayern. Insbesondere die unterfränkische Communität Casteller Ring auf dem Schwanberg und die Christusbruderschaft im oberfränkischen Selbitz sind hier zu nennen. Auch Angebote wie „Ökumenische Exerzitien im Alltag“ oder „Kloster auf Zeit“ können Hilfen sein, um in einem begrenzten Zeitraum einen geistlichen Weg anzubahnen.

Wie sagte schon Martin Luther: „Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind's noch nicht, wir werden's aber.“ -- Die Einladung des 1. Thessalonicherbriefes „Sagt immer Dank, ruft Tag und Nacht zu Gott, freut euch allezeit, betet ohne Unterlass.“ (1. Brief des Paulus an die Thessalonicher Kapitel 5, Vers 16) lässt fragen, wie mache ich das von „Montag bis Samstag“? Wie halte ich Räume und Zeiten im Alltag frei für Stille, Gebet und Meditation?

Spirituelle Angebote

Die Kirche hält Rituale für Biographie und Jahreszyklus, für den Rhythmus von Tages-, Jahres- und Lebenszeiten bereit: das Gebet, die Stille, das Bewegen eines Wortes, das Wiederentdecken Gottes in seiner Schöpfung und in der Begegnung mit Menschen, Symbole und Bilder, Körperhaltungen und Gesten. Menschen, die auf der Suche nach religiöser Lebensdeutung und Lebensbewältigung sind, finden vielfältige Angebote und Anregungen – auf unseren Seiten zu Alltagsritualen und Gebet.

In den Gesprächen der geistlichen Begleitung geht es darum, Menschen darin zu unterstützen, ihr Leben zu ordnen, den roten Lebensfaden zu finden, ihre religiösen Prägungen und ihr Gottesbild anzuschauen und den Heilkräften Gottes zu vertrauen. Die Geistliche Begleitung versteht sich dabei als ein Dienst des Zuhörens, dann des Rückfragens oder Zuredens. Sie will den begleiteten Menschen darin unterstützen, das Wirken Gottes im eigenen Leben selbst zu entdecken und zu bejahen. Dabei vertraut sie darauf, dass Gott jeden Menschen beim Namen gerufen hat und mit ihm einen ganz eigenen Weg gehen will. Geistliche Begleitung vollzieht sich in Form vereinbarter Einzelgespräche mit einem Geistlichen Begleiter oder einer Geistlichen Begleiterin. Die Gespräche finden nach Vereinbarung etwa monatlich statt und können sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

In der bayrischen Landeskirche hat sich eine Reihe von Personen für den Dienst Geistlicher Begleitung bereit erklärt. Sie besitzen eine eigene Ausbildung in Geistlicher Begleitung und Praxiserfahrung.
Liste der geistlichen Begleiter und weitere Informationen

Es gibt verschiedene Formen von Exerzitien: Während Ignatius selber dreimonatige Exerzitien in der Abgeschiedenheit eines Klosters anbot, gibt es heute auch kürzere Formen: Einzelexerzitien, die drei, fünf oder neun Tage dauern. Solche Angebote findet man in Klöstern und in evangelischen Kommunitäten. Die Form der „Exerzitien im Alltag“ nimmt eine Sonderstellung ein, denn sie finden ganz bewusst mitten im Alltag statt, also direkt in unserer täglichen Umgebung und unseren persönlichen Lebensumständen. Einzeln und im Miteinander einer Gruppe suchen Menschen nicht den beflügelnden Ausnahmezustand, sondern eine verlässliche Grundströmung in ihrem täglichen Leben.
Exerzitien im Alltag

Sich dem Alltagsstress entziehen, abschalten, Kraft tanken, zu sich selbst finden – diese Art der Erholung können Menschen erleben, wenn sie sich für ein paar Tage zum Beispiel in einem Kloster einquartieren. Immer mehr Menschen ziehen sich eine Zeit lang ins Kloster zurück, um sich einmal intensiv mit sich und dem eigenen Leben auseinander zu setzen, auch in spiritueller Hinsicht. „Kloster auf Zeit“  nennt sich diese Form der Rückbesinnung und wird auch von den evangelischen Gemeinschaften und Communitäten angeboten.

Pilgern ist „Beten mit den Füßen“, heißt es. Der Start wird mit einem Segen, der Weg mit Gebeten und spirituellen Impulsen und das Ziel mit dem Nachdenken über Glauben und Sinn des Lebens bewusst verbunden und begangen. Man kann dies allein tun, man kann sich aber auch einer erfahrenen Pilgergruppe oder einem Pilgerbegleiter anvertrauen. Etwa zehn Haupt-Jakobuswege gibt es in Bayern, daneben aber auch noch viele andere Meditationswege.
Pilgern im Internet http://www.pilgern-bayern.de

Kurse zum Glauben bieten die Möglichkeit, zentrale Themen des christlichen Glaubens kennenzulernen und herauszufinden, welche Bedeutung der Glaube für das persönliche Leben haben kann. Auf verschiedenen Wegen nähern sich die Kursteilnehmer dem christlichen Glauben – anhand von biblischen oder philosophischen Texten, Interpretationen zeitgenössischer Denker, mittels Symbolen oder Werken der Kunst. Kurse zum Glauben sind eine Entdeckungsreise für Nichtchristen und gerade auch für Christen, die ihren Glauben aktiver und intensiver leben möchten.
Glaubenskurse auf unseren Seiten

Evangelische Kommunitäten sind geistliche Zentren, die Gott suchende Menschen mit einem vielfältigen Angebot gemeinschaftlicher Spiritualität, liturgischer Alltagsrhythmen, regelmäßiger Gottesdienste und Tagzeitgebete willkommen heißen. Sie öffnen ihre Lebensräume für Gäste und Mitlebende, bieten Seminare, Tagungen und Exerzitien an oder Zeit zur persönlichen Stille, Heilungsdienst und Seelsorge. Angeboten werden auch Kloster auf Zeit oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. In Bayern leben insgesamt rund 250 Männer und Frauen in kommunitären Gemeinschaften, die in der "Konferenz der evangelischen Kommunitäten in Bayern" unter dem Dach der Landeskirche zusammengeschlossen sind.

Liste der Evangelischen Kommunitäten und Geistlichen Gemeinschaften in Bayern als pdf

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Evangelische Kommunitäten in Bayern

Das Angebot, für ein paar Tage oder Wochen in einem Kloster mit zu leben, ist weit mehr als eine gewöhnliche Entspannungskur, die schnell wieder vergessen ist. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt, die ihre Besucher im positiven Sinne verändert – und zwar sowohl Frauen als auch Männer, wie Günter Oelkers beweist.

"Ein ganz eigener Rhythmus, den man so nicht kennt"

Der ehemalige Lehrer aus Langenhagen bei Hannover nutzt regelmäßig die Angebote im Kloster Triefenstein am Main. Abzutauchen hinter die dicken Klostermauern erlebt der pensionierte Pädagoge als „echte Abgrenzung zum Alltag, nicht nur durch die abgeschiedene Lage des Klosters“, das sich im bayerischen Unterfranken westlich von Würzburg am dicht bewaldeten Ufer des Mains befindet.

„Im Kloster herrscht ein ganz eigener Lebensrhythmus, den man so nicht kennt und noch nicht gelebt hat“, sagt Oelkers. Und dieses Tempo sei nicht nur, wie man vielleicht zunächst vermuten würde, durch die täglich zu festgelegten Zeiten stattfindenden Stundengebete zustande gekommen, sondern auch durch die rein praktischen Tätigkeiten, die Oelkers zu verrichten hatte; sie hätten den Tag auch mit einem besonderen Gehalt gefüllt, unterstreicht der heute 64-Jährige.

09.07.2018
Andrea Seidel

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Ansprechpartner für Referat Spiritualität

Manuel Ritter

Manuel Ritter

Spiritualität und Kirchenmusik
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