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Christen und Juden sind Geschwister im Glauben.

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Handlungsfeld 6

Christen und Juden

Die bayerische Landeskirche bekennt den Juden Jesus als Christus. Jedes Christusbekenntnis enthält von daher auch das Bekenntnis zur jüdischen Herkunft und zum jüdischen Selbstverständnis Jesu.

Die Beziehung des Christentums zum Judentum unterscheidet sich grundlegend vom Verhältnis zu allen anderen Religionen. Die Kirche kann nicht beschreiben, was sie ist, ohne ihr Verhältnis zu „Israel“ zu bestimmen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat 1998 diese Tatsache durch ihr Wort „zum Verhältnis von Christen und Juden“ zum Ausdruck gebracht. Dort heißt es in der Präambel: „Die Frage nach dem Verhältnis von Christen und Juden führt in die Mitte des christlichen Glaubens: der Glaube an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den wir Christen als den Vater Jesu Christi bekennen, verbindet Christen und Juden. Das Thema ist nicht nur von außen an die Kirche herangetragen, sondern stellt eine für Kirche und Theologie gleichermaßen zentrale Lebensfrage dar.“

Die Kirche bekennt den Juden Jesus als Christus. Jedes Christusbekenntnis enthält von daher auch das Bekenntnis zur jüdischen Herkunft und zum jüdischen Selbstverständnis Jesu. Seit 2012 bekundet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern im Grundartikel ihrer Verfassung: „Mit der ganzen Kirche Jesu Christi ist sie [die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern] aus dem biblischen Gottesvolk Israel hervorgegangen und bezeugt mit der Heiligen Schrift dessen bleibende Erwählung.“

In Bayern berät der landeskirchliche Beauftragte für den christlich-jüdischen Dialog Gemeinden und kirchliche Einrichtungen über das Judentum, das Verhältnis von Christentum und Judentum und die christlich-jüdischen Beziehungen in Geschichte und Gegenwart. Er pflegt Begegnungen mit jüdischen Einzelpersonen, Gemeinden und Institutionen und steht im Austausch mit anderen Personen und Institutionen, die sich in Kirchen, jüdischer Gemeinschaft und Zivilgesellschaft im Dialog und gegen Antisemitismus engagieren. Zudem beteiligt er sich an der wissenschaftlichen Erforschung der christlich-jüdischen Beziehungen und engagiert sich in der Vermittlung von Kenntnissen über das Judentum in der Aus- und Fortbildung. Deshalb ist dieser Dienst mit dem Institut für christlich-jüdische Studien und Beziehungen an der Augustana-Hochschule verbunden.

23.10.2020
Maria Stettner

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