Ein Interview zum Argula-von-Grumbach-Wettbewerb 2021/23 mit Ursula Ott, Buchautorin und Chefredakteurin von Chrismon.

Argula-von-Grumbach-Preis

Geschichten von Leid und Liebe, von Trost und Tatkraft!

In der Evangelisch–Lutherischen Kirche in Bayern wird der Argula-von-Grumbach-Preis erneut als Wettbewerb zur Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau ausgeschrieben. Das Thema für 21/23 ist Fluchterfahrungen von Frauen.

Gewalt, Krieg, religiöse und weltanschauliche Verfolgung, Hunger oder Perspektivlosigkeit haben in allen Jahrhunderten Menschen aus ihrer angestammten Heimat und ihrem Zuhause getrieben. Der Wettbewerb will Arbeiten anregen, die sich besonders dem Schicksal der Frauen zuwenden und deren Geschichte erzählen.

Es ist gut und wichtig, dass wir unser Augenmerk auf geflüchtete Frauen richten. Wir wollen diesen Geschichten einen Raum geben um zu verarbeiten, zu verstehen, zu verändern und Gemeinsamkeit zu schaffen. Ich freue mich auf Geschichten von Leid und Liebe, von Trost und Tatkraft.

Schirmherrin Ursula Ott

Warum Fluchterfahrungen von Frauen?

Wenn nie über etwas gesprochen wird, existiert es in der sozialen Welt nicht. Deswegen wollen wir über Fluchterfahrungen sprechen, ihnen Raum geben um zu verarbeiten, zu verstehen, zu verändern und Gemeinsamkeit zu schaffen. Frauen sind von besonderen geschlechtsspezifischen Gewalterfahrungen wie Vergewaltigung, Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung betroffen. Leider wiederholen sich diese Fluchterfahrungen immer wieder. Jede Generation hat eigene Erfahrungen zu erzählen. Diese einzelnen Geschichten prägen Menschen, Familien, Gemeinschaften und damit auch uns alle.

Der Wettbewerb will Arbeiten anregen, die sich besonders dem Schicksal der Frauen zuwenden und deren Geschichte erzählen. Aber auch Erfahrungen in der Begegnung mit Geflüchteten interessieren, zum Beispiel bei der Hilfe und Integration. Im Rahmen des Wettbewerbs können sowohl aktuelle als auch historische Themen oder aber biblische Fluchtgeschichten behandelt werden. Ein Bezug zur evangelischen Kirche oder christliche, ökumenische oder interreligiöse Aspekte sollen klar zum Ausdruck kommen.

Eingereicht werden können Beiträge in zwei Kategorien: Texte in Form von Aufsätzen, Erzählungen, wissenschaftlichen Studien oder digitale Formate wie Podcasts oder Videos.

  1. Texte in Form von Aufsätzen, Erzählungen, wissenschaftlichen Studien (maximale Länge 36.000 Zeichen einschließlich Leerzeichen, Anmerkungen und Angaben). Die Beiträge sollen in gedruckter und digitaler Form eingereicht werden.
  2. Darstellung im Audio- oder Videoformat als Podcast oder Film (maximale Länge 15 Minuten) mit einem einseitigen Begleitschreiben, das Angaben zu Rahmen und Intention des Beitrags enthält. Die Beiträge sollen digital eingereicht werden.

Grundsätzlich sind alle Menschen (und auch Gruppen) eingeladen teilzunehmen, besonders zur Teilnahme eingeladen sind junge Erwachsene in Schulen, Universitäten und Ausbildungseinrichtungen. Ein Bezug zur evangelischen Kirche oder christliche, ökumenische oder interreligiöse Aspekte sollen klar zum Ausdruck kommen.

Für alle Einsendungen gilt:
Bitte senden Sie Ihren Beitrag ohne Namen an die Veranstalterin.
Für gedruckte Einsendungen fügen Sie einen verschlossenen Brief bei, der Name, Adresse, Telefonnummer, kurze biografische Daten sowie eine Erklärung der Urheberrechte beinhaltet. Bitte geben Sie dabei auch das Entstehungsjahr an. Als Einsendeschluss gilt der Poststempel.

Evang.-Luth. Kirche in Bayern
Stabstelle für Chancengerechtigkeit
Katharina-von-Bora-Straße 7-13
80333 München

Für digitale Einreichungen senden Sie uns bitte einen entsprechenden Downloadlink (z.B. WeTransfer oder Dropbox) um die Emailgröße gering zu halten. Im Begleitschreiben geben Sie bitte nur Intension und Kontext an. Ihre persönlichen Daten und die Informationen zur Autorenschaft bitte nur in der Email selbst.  

Bitte senden Sie Ihren Beitrag an chancengerechtigkeit@elkb.de

  • Tagebuch der eigenen Flucht
  • Erfahrungen von Geflüchteten in der Jetztzeit
  • Erfahrungen bei der Begleitung von Geflüchteten, die aktuell oder in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind
  • Fluchterfahrungen im und nach dem 2. Weltkrieg
  • historische Arbeiten z.B. zu Exilant*innen (wie etwa die aus dem Salzburgischen) und Hugenott*innen
  • Vertreibung und Ausbürgerung, z.B. Sudeten-, Rumänien-, Russlanddeutsche, Jüdinnen, …
  • Familiengeschichten
  • Kirchenasyl
  • Integration
  • Traumabewältigung
  • Flucht aus gewaltförmigen Beziehungen
  • biblische Fluchterzählungen von Frauen (z.B. Auszug der Israeliten aus Ägypten, Ruth und Noomi, Flucht nach Ägypten)

Argula von Grumbach war eine mutige freiheitsliebende Frau, die inspiriert durch Luther ihre Glaubensüberzeugung unbeirrt verbreitete. Sie gilt als die „auflagenstärkste Flugblattschreiberin“ im 16. Jahrhundert. Sie trat dafür ein, dass Frauen und Männer in gleicher Weise von Gott sprechen können.

Einsendeschluss: 6. Januar 2023

Preisverleihung: 23. Juni 2023

Das Preisgeld beträgt insgesamt 5.000 Euro. Zur Preisverleihung werden alle Einsenderinnen und Einsender eingeladen. Die Arbeiten werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Beurteilung der eingereichten Arbeiten liegt bei einer durch den Landeskirchenrat berufenen Jury, die Kompetenzen aus den Bereichen Theologie, Sozial- und Kulturwissenschaft, Geschichte, Journalismus umfasst. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Argula-von-Grumbach-Stiftung fördert die Gleichstellung von Mann und Frau in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Sie will die Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen im gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext unterstützen.

11.11.2021
ELKB